
Noch keine Traditionen
Erstes Deans' List Dinner am 15. Juni 2026 in der Aula. Fotos: Tim Kipphan, Universität Bamberg
The Deans’ List ist die erste Bestenliste der Fakultät WIAI. Wer darauf steht, gehört zu den rund zwei Prozent leistungsstärksten Studierenden ab dem zweiten Fachsemester. Zu den Voraussetzungen zählen überdurchschnittliche Leistungen und ein zügiger Studienfortschritt.
Es ist kein Stipendium, sondern eine ideelle Förderung. Im ersten Semester besteht sie aus einem Treffen zum Kennenlernen, einem Dinner und einer Summer Lounge mit einem Praxispartner; am Ende steht ein Zertifikat. Diese Veranstaltungen kommen zur regulären Lehre hinzu, an deren Vorrang sich nichts ändert: Eine gute Ausbildung für alle bleibt die erste Aufgabe der Fakultät.
Gute Noten sind nicht alles. Wer viel und gut arbeitet, kommt weit, aber das trägt nur bis zu einem Punkt. Eine Platzierung auf der Liste verrät viel darüber, wie jemand arbeitet, aber wenig darüber, was aus dieser Person einmal wird. Die Formate auf der Liste sollen den Studierenden helfen, ihr Potenzial zu entfalten und Neues auszuprobieren. Vor allem aber trifft man dort Leute, mit denen man sich austauscht, von deren Erfahrung man lernt und mit denen man vielleicht noch befreundet ist, wenn das Zertifikat längst in einer Schublade liegt.
Knapp zwei Wochen vor dem Jubiläumsevent fand nun das erste Deans’ List Dinner statt. Die Universität stellte dafür ihre Aula zur Verfügung, einen beeindruckenden Raum, der nur selten geöffnet wird. Vier Gänge, ein Digestif, viel Zeit für Gespräche – mit den vier Dekanen, mit den Fakultätssponsoren und untereinander. Ferdinand Mittermeier, Alumnus der Fakultät, hielt eine Dinner Speech und gab den Studierenden zwei Ratschläge, die man im Hörsaal so nicht hört: sich ernsthaft überlegen, was man will, und einen eigenen Plan fassen, sonst mache das Leben den Plan für einen; und vieles ausprobieren, nacheinander statt alles auf einmal, und sich darin einen Fokus suchen.
Wie es mit der Liste weitergeht, hat der erste Jahrgang in der Hand. Es gibt noch keine Traditionen und kaum Regeln – dafür ist das Format zu jung –, nur die Erwartung, verlässlich dabei zu sein. Ob das Konzept trägt, wissen wir noch nicht. Wir fahren damit gewissermaßen auf Sicht. Das passt zu einer Fakultät, die vor 25 Jahren als sechste der Universität ohne Vorbild anfangen musste und sich in ihrem Jubiläumsjahr nicht mit einem Rückblick zufriedengibt, sondern sich mit etwas beschäftigt, das seine Form noch sucht.





















