
Die sechste Fakultät
Fotos: Tim Kipphan / Universität Bamberg
Der hier vorliegende Flyer, ausgeführt in Hochglanzdruck mit zweifachem Wickelfalz, war einer der zentralen Werbeartikel, die die WIAI am Beginn ihres Daseins nutzte. Wer ihn erstellte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Zum Wintersemester 2003/04 hatte die Fakultät bereits wichtige Meilensteine erreicht: Die Trennung zwischen SoWi und WIAI war weitgehend abgeschlossen. Man teilte sich jedoch weiterhin den Standort an der Feki. Kurioserweise entschied man sich bei deren Darstellung für die bei weitem tristeste Ansicht: vom Parkplatz aus bei Regenwetter. Die Berufungsverfahren der Anfangszeit waren erfolgreich beendet und das Studienangebot vervollständigt. Die WIAI war damals noch die sechste Fakultät, wie sich oben rechts im Flyer erkennen lässt: Aus GGeo, KTheo, SpLit und PPP wurden erst einige Jahre später GuK und HuWi. SozA dagegen war ein Fachbereich, keine Fakultät – und ging weitgehend an die Hochschule Coburg.

Die Fakultät nutzte den Flyer, um alles Wissenswerte über sich zusammenzutragen: was man hier studieren konnte, welche Projekte man vorantrieb und vor allem, bei wem man hier studieren konnte. Das Ganze nur recht lose angelehnt an die Idee eines gesamtuniversitären Corporate Designs: Lediglich die Farben Gelb und Blau als Farben der Universität lassen sich ausmachen, das damalige Logo findet sich hingegen nicht. Ihre Ausrichtung auf digitale Inhalte akzentuierte die Fakultät mit der Makroaufnahme eines Netzwerkkabels sowie einem Mauszeiger, der beim Darüberfahren über die Kurz- die Langform in einem Vorschaufensterchen anzeigt – eine Idee, die der Funktionsweise des Windows-Betriebssystems entlehnt und auf Papier gebannt wurde.
Besonderes Augenmerk legt der Flyer auf die frühe Einrichtung von Studiengängen nach dem Bologna-Prozess: Lediglich die bereits an der SoWi entstandenen Diplomstudiengänge überführte man, verzichtete aber auf die Einrichtung weiterer und setzte von Beginn an auf Bachelor- und Masterstudiengänge.
Die aufgeführten Projekte waren damals noch meist der Wirtschaftsinformatik entsprungen, allen voran das Wissenschaftliche Institut für Hochschulsoftware (ihb), das später als eigene GmbH eine erfolgreiche Unternehmensausgründung werden sollte und das Prüfungsverwaltungssystem FlexNow entwickelt, das die Universität Bamberg neben zahlreichen anderen Hochschulen bis heute nutzt. Es finden sich aber auch erste Projekte der Angewandten sowie der Informatik, zum Beispiel ein digitales Dombauarchiv oder ein Projekt zu Visual Methods in Software Engineering.

Besonders wertvoll macht den Flyer das Gruppenbild der Professorin und der Professoren der WIAI, das so ziemlich das erste überhaupt sein dürfte und auf dem zum damaligen Zeitpunkt lediglich Prof. Dr. Schlieder fehlt. Gibt man es in die inverse Bildersuche der Suchmaschine Google ein, weiß diese mit aller Weisheit und Überzeugung der Künstlichen Intelligenz zu berichten:
„Dieses Bild zeigt die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) während ihrer dritten Berufungsperiode, die von November 2000 bis Oktober 2004 dauerte. Der Beirat bestand aus Experten, darunter Professoren für verschiedene Fachrichtungen wie Ökonomie und Naturwissenschaften. Das Gremium wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit berufen. Die Amtszeit dieser spezifischen Gruppe endete am 31. Oktober 2004.“
Wer es selbst nachprüfen oder den Flyer in Ruhe studieren möchte: Hier liegt er als PDF (3,6 MB).



















