
Wem der Raum gehört
Eröffnung am 10. Juni 2026: Den Study Space (WE5/02.008) haben die Studierenden selbst geplant und eingerichtet. Fotos: Stephanie Fröba / Universität Bamberg
Bestellt hat die Möbel in WE5/02.008 die Verwaltung – ausgesucht haben sie die Studierenden. Sie haben auch die Pläne für den Raum gezeichnet und ihn eingerichtet. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der eigentliche Unterschied zu allem, was die WIAI bisher an Lernräumen hatte.
Denn Lernräume hat die Fakultät längst. Seit Jahren stehen den Studierenden Räume mit großen Bildschirmen zur Verfügung, gut ausgestattet und von der Fakultät eingerichtet. Der Study Space ist der erste, der von der anderen Seite her gedacht ist: nicht von der Technik, sondern von denen, die ihn benutzen – und die deshalb auch mitreden durften, wie er aussehen soll.
Entsprechend genau ist er auf das zugeschnitten, was Studierende wirklich brauchen. Der Raum kennt zwei Tonlagen: eine Fokus-Zone, in der es so leise zugeht wie in der Bibliothek, und eine Zone fürs gemeinsame Arbeiten, in der man bei angemessener Lautstärke reden darf. Dazu kommen vier schallisolierte Meeting-Boxen, die sich die Studierenden gewünscht hatten – kleine Kabinen, in denen man völlig ungestört arbeiten oder eine Videokonferenz führen kann. Die Einsicht dahinter ist banal und wird trotzdem selten umgesetzt: Lernen ist mal stille Konzentration, mal Gespräch. Ein Raum, der beides ernst nimmt, muss beides anbieten – und sauber trennen.

Getragen wird der Study Space gemeinsam von der Fakultät, dem Lehrstuhl für Privatsphäre und Sicherheit in Informationssystemen und der Fachschaft WIAI. Sich selbst überlassen ist er dabei nicht: Zwei studentische Hilfskräfte, von der Fakultät finanziert, sind im Raum, halten ihn in Schuss und entwickeln ihn weiter. Wer etwas vermisst oder eine Idee hat, findet also Ansprechpersonen und kann Rückmeldungen bei Bedarf auch anonym über die Webseite hinterlassen. Ein paar freundliche Regeln fürs Miteinander hängen ebenfalls aus; mehr Ordnung braucht es nicht.
Damit trifft der Study Space eine Idee, die an der Universität gerade größer gedacht wird. Im Projekt BaKuLe, an dem die WIAI beteiligt ist, gibt es einen eigenen Baustein „Lernorte“: Co-Creation-Spaces statt Frontalbestuhlung, weil die Art, wie ein Raum bestuhlt ist, oft ungewollt mitbestimmt, wie in ihm gelernt wird. Was dort als Vorhaben bis 2029 beschrieben ist, lässt sich in WE5/02.008 bereits ausprobieren.
Am 10. Juni 2026 wurde der Raum offiziell eröffnet – wenige Wochen vor dem 25. Geburtstag der Fakultät, der ohnehin die Frage stellt, wie an der WIAI in den nächsten 25 Jahren gelernt werden soll. Fertig ist die Antwort nicht; das ist Absicht. Ein Raum, den seine Nutzerinnen und Nutzer selbst gestaltet haben, entwickelt sich mit ihnen weiter.



















